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Bandprobe Tipp #5: Spielen nach Metronom

Oftmals sind es die unangenehmen Dinge, die unsere musikalische Entwicklung weiter bringen. Die geilen Gitarrensoli kommen von den stundenlangen, anstrengenden Fingerübungen. Eine hervorragende Gesangs-Stimme entsteht durch jahrelanges, stetiges und konzentriertes üben. Wenn es einfach wäre, dann könnte es ja jeder.

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Einen großen und oftmals vernachlässigten Faktor spielt Üben nach Metronom. Viele Musiker vernachlässigen es nach Metronom zu üben. Das führt dazu, dass insbesondere diese Musiker ein schlechtes Timing- und Taktgefühl haben. Jeder kennt solche Musiker: eigentlich sind gute Fähigkeiten vorhanden – aber im Bandkontext klingt es trotzdem irgendwie schlecht. Oftmals liegt es daran, dass das Timing einfach nicht stimmt. Timing ist eine schwierige Sache. Viele Menschen haben ein von Grund auf gutes Timing und neigen zur Annahme, dass sie deswegen keine Metronom Übungen mehr benötigen. Leider stimmt das nicht. Gutes Timing ersetzt nicht die Metronom Übungen. Insbesondere in einer Band ist das Metronom wichtig und gibt hier den Takt vor nach dem sich alle Musiker richten müssen. Das Timing macht in einer Band den Unterschied zwischen „zusammen spielen“ und „gleichzeitig spielen“. Musiker die gleichzeitig spielen, spielen nicht zwingend zusammen. Zum zusammen spielen gehört es auf die anderen Instrumente zu hören, auf sie zu reagieren und einen gemeinsamen Song zu kreieren. Die Grundlage dafür ist vorrangig das Timing. Jeder Musiker muss zum selben Tempo spielen, wenn die Band gemeinsam spielen will. Ansonsten spielen die Bandmitglieder gleichzeitig, aber eben nicht zusammen.


In den meisten Bands gibt es bereits ein Rhythmus-Element, wie Schlagzeug oder Bass. Diese Instrumente, besonders aber das Schlagzeug, gibt die Grundlage für das Tempo und den Takt vor und andere Musiker richten sich danach. Also ist es besonders für den Schlagzeuger von großer Wichtigkeit ein sehr gutes Taktgefühl zu haben. Fehler, die der Rhythmus-Fraktion unterlaufen haben immer Auswirkungen auf den Rest der Band.


Im Allgemeinen gibt es zwei Möglichkeiten die Bandprobe nach Metronom zu gestalten:


1. Möglichkeit:

Das Instrument, welches das Tempo vorgibt (Schlagzeug etc.), wir nach Metronom gespielt. Bei dieser Methode bekommt der Schlagzeuger den sogenannten „Klick“ ins Ohr. Heißt das Metronom, auch Klick genannt, wird per Kopfhörer an das Ohr des Schlagzeugers geschickt. Wenn dieser nun nach Metronom spielt, dann spielt auch der Rest der Band im richtigen Timing. Schwierig sind dann noch die Parts, in denen das Schlagzeug gar nicht spielt. Hier behelfen sich viele Bands, indem der Schlagzeuger zumindest auf die Hi-Hat weiter spielt um den Bandkollegen den Takt vorzugeben.


2. Möglichkeit:

Alle Bandmitglieder bekommen den Klick, heißt: Jeder hört das Metronom zu jeder Zeit. Während einer Bandprobe lässt sich das relativ einfach bewerkstelligen, indem man das Metronom an die Gesangsanlage anschließt. Dazu einfach das Metronom (mit einem Line-Ausgang) an das Mischpult anschließen (Klinkenkabel). Nachdem die Lautstärke angepasst wurde, kann die ganze Band den Klick hören.


Besonders vor Auftritten und Recording Sessions sollten die Bandproben mit Unterstützung durch Metronom verstärkt werden. Das bringt viel Sicherheit für die Band. Auftritte werden so einfach tighter und der Toningenieur im Aufnahmestudio freut sich, dass er auch mal eine Band produzieren darf, die ihr Tempo halten können.


Noch ein Hinweis zu Recording und Live Sessions:

Ihr müsst nicht zwingend nach Klick live spielen oder aufnehmen. Viele Musiker sind der Meinung dass Aufnahmen nach Metronom sehr steril wirken und es ihnen an Dynamik fehlt. Das gleiche gilt für Konzerte. Durch das spielen ohne Metronom entsteht eine gewisse Spannung in der Musik. Leichte Variationen im Tempo sind allerdings fast nicht zu vermeiden. Die Grundlage dafür ist allerdings ein sehr gutes Taktgefühl, welches sich die Band während den Bandproben mit Metronom angeeignet hat. Schließlich gilt: Wenn es einfach wäre, dann könnte es ja jeder.


Frohe Bandproben mit oder ohne Klick,


Bakir

Mein Proberaum Team

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